Mittelalterfest Golling

Unsere Marktberichte:

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   4.10. - 5.10.2008
Gaudium zur Purg in Purgstall
   5.9. - 7.9.2008
Mittelalterfest Golling
   30.8. - 31.8.2008
Spectaculum zue Durrencrute
   16.8. - 17.8.2008
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v.A.
Mittelalterfest Burgruine Aggstein
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30.8. - 31.8.2008


Geschichte

Wir zogen mit einer kleinen Abordnung aus, um Gollum in Kuchl, nahe Golling zu besuchen.

Der Markt in Golling ist für Via-Nostra ein Traditionsmarkt.

Ist er doch zu einem guten Teil schuld daran, dass es uns in dieser Form gibt. So war Golling im Jahr 2006 der erste Markt, den wir gemeinsam als Gruppe besuchten. Auch unser Name hat sich auf der Lagerwiese zu Golling gefunden. In einer nächtlichen, vom Met getränkten, nicht mehr ganz nachvollziehbaren Diskussion. Zur Sicherheit wurde der beschlossene Name dann auch gleich in den Tisch geritzt, natürlich nur aus Liebe zum Hobby, und nicht, um ihn am nächsten Morgen noch zu wissen.


Der Markt in neuem Gewand

Dieses Jahr gab es beim Gollinger Mittelalterfest einige Änderungen. Die auffallendste ist natürlich der Standortwechsel. Das gewählte Gelände war nicht in Golling selbst, mit Einbindung der Stadt und der schönen Burg. Die Veranstaltung wurde ausgelagert, in Richtung der nahen Ortschaft Kuchl. Wie immer wurden die Teilnehmer mit einer schönen, ebenen, sehr aufbaufreundlichen Wiese verwöhnt. Dass diese zwischen einer stark befahrenen Straße und einer Bahnstrecke lag, störte niemanden wirklich. Ich vermute, die Lage war auch dem Publikumsstrom zuträglich. Einige, die zufällig des Weges kamen, sind vielleicht spontan eingekehrt, um zu sehen was hier los ist und wer sich auf dieser Wiese tummelt.

Ebenso eine Veränderung und gleichsam eine deutliche Verbesserung war das Reduzieren der unschönen Plastikwerbebanner, die sonst dem Markt an Ambiente und Stimmung gekostet haben. Auch waren Speis und Trank laut vieler Besucher in Preis/Leistung sehr in Ordnung, und vor allem super lecker!


Buntes Treiben auf dem Gelände

Der Markt war mit seiner Mischung von Lagergruppen und Händlern sehr schön angelegt. So konnten die zahlreichen Besucher das Erkunden der Lager und das Durchstöbern des großen Angebots auf dem Markt ideal miteinander verbinden.

Angenehm zogen sich die Wege durch das Meer aus Zelten und Ständen. Ein großer Bereich frei blieb, auf dem sicher noch einiges an Volk Platz gefunden hätte. Was aber nicht negativ auffiel, da die freie Fläche freudig und fleißig genutzt wurde. Immer wieder fanden sich Feuerkünstler oder Jongleure ein, die hier ihre Kunst zeigten. Und so manch Unerfahrener konnte sich darin probieren, Stöcke durch die Luft zu wirbeln oder Pois zu schwingen.

Praktischerweise fand beschriebenes Spektakel direkt vor unserem Lager statt. So wurde es auch nicht langweilig, wenn Lagerwache angesagt war. Habt an dieser Stelle dank, ihr vielen freiwilligen Unterhalter.


Unartige Händler

Das Angebot am Markt war breit gefächert, die Händler gut gewählt. Was uns jedoch fehlte, waren Alltagsdinge die man als Reenacter benötigt. So war es ein schwieriges bis unmögliches Unterfangen, taugliche Essschalen, Besteck, Eimer, Körbe, Nägel et cetera zu finden. Dafür gab es ein Übermaß an Gewandung, die jedoch zum Großteil sehr gothic-mäßig ausfiel, was wohl dem Publikum angepasst war.

Von einigen wenigen Händlern bekam man zum Teil eine sehr unfreundliche Reaktion, wenn man versuchte beim Preis ein wenig zu feilschen. Handeln liegt in der Natur eines Marktes, es gehört dazu und sollte nicht mit einer patzigen oder gar beleidigenden Antwort bestraft werden.

Stände, bei denen das zutrifft, werden jedoch schnell bekannt und werden dann einfach ignoriert. Höflichkeit wird von den Kunden immer noch honoriert und zum Glück haben die meisten Händler auch ihren Spaß beim Feilschen und steigen gerne darauf ein.


Die Helden auf dem Schlachtfeld

Ein HOCH auf die Mitwirkenden bei der Feldschlacht.

Letztes Jahr aus einer spontanen Idee geboren, war sie dieses Jahr schon Programmpunkt, und ein sehr gelungener noch dazu. Am Samstag bestritten die Kämpfer drei Durchgänge, Schlachtreihe gegen Schlachtreihe, Wikinger gegen Ritter. Hier wurde dem Gegner nichts geschenkt und so manch ein Gerüsteter ging an seine Grenzen. Eine gute Unterhaltung für das begeisterte Publikum aber auch für erfahrenes Volk. Am Sonntag beschlossen die Mitwirkenden den Ablauf etwas zu ändern. Sie entschieden sich, es nicht ganz so hart anzugehen und den Verlauf der Schlacht ein wenig zu planen und mit lustigen Einlagen aufzulockern. So fand zum Beispiel ein menschlicher Rammbock seine Verwendung und die Gesangs- und sogar Tanzdarbietungen waren erstklassig, zum Kaputtlachen. Das zeigt, dass nicht nur martialische Schlachten für die gewünschte Unterhaltung und Jubelrufe sorgen.

Hier sei auch unser Vereinsheld der Stunde genannt: Markus! Er vertrat Via Nostra rühmlich bei diesen Schlachten, hat heldenhaft gekämpft und ist schön gestorben. Zwei Daumen nach oben.

Einige Helfer sorgten vor Beginn der Schlacht dafür, dass das Publikum weit hinter der Absperrung blieb. Ebenso machten diese auf die bestehenden Gefahren aufmerksam. Durch die Helme ist die Sicht der Kämpfer stark eingeschränkt, was viele Zuschauer nicht wissen oder einfach unterschätzen. Während der Schlacht sorgte ein „Platzwart“, mit einem Stab bewaffnet, dafür, dass die Krieger der Absperrung und so dem Sicherheitsbereich nicht zu nahe kamen.


Ui, guck’ ein Pferdchen

Als leider nicht ganz geglückt empfand ich die Darbietung der Ambaktos.

Der Unterhaltungswert ihrer Show litt darunter, dass der größte Teil des Publikums dem Gezeigten nicht folgen konnte. Nur wenige hörten die gesprochenen Worte, welche die Handlung erklärten. Aber das chaotische Treiben war perfekt. Ständig wurde jemand aus dem Sattel geworfen, sprang wieder drauf, lief einem fliehenden Pferd hinterher, schlug sich mit jemand anderem,... Wie viel davon zur Handlung gehörte blieb auch mir verborgen.

Auch ein kleines Unglück ist passiert, als ein abgeschossener Pfeil eine Akteurin verfehlte und nach einem Abprall an der Wiese in das Publikum flog. Ein kleines Mädchen das dort saß, bekam den Pfeil auf die Brust. Zum Glück blieb es beim Schreck, aber das von weiten gerufene: „Schuldigung“ war meiner Meinung nach ein bisschen wenig. Ich denke nicht, dass sich jemand auf die Suche nach dem Mädchen machte, um dieses in anderer Form zu trösten.

Weiters empfehle ich, ein paar Schwertkampfstunden zu nehmen, die jeder absolvieren sollte, der Schaukampf aufführen möchte. Aber die jungen Damen scheinen ambitioniert und ich hoffe auf positive Entwicklung, was das Können und die Qualität der Aufführung angeht. Eine Darbietung zu Pferd ist gerade auf einem Mittelaltermarkt immer etwas Schönes und Willkommenes.


Könner ihres Faches

In gekonnter Manier erfreuten die Recken und eine resolute Dame von Solduri Sancticum das Publikum mit ihrem lustigen, abwechslungsreichen, kurzweiligen und einfach richtig gutem Auftritt. Zu Recht wurden sie vom Volk hoch gefeiert. Und eines hat uns diese Aufführung deutlich gesagt: Frauen greift zu euren Pfannen, nieder mit dem frechen Mannsvolk!

Nicht zu vergessen, DER Mann des Schabernacks: Torxes, und natürlichen sein armer Untergebener Pixel. Von allen Seiten wird die hervorragende Feuershow gelobt, die sie am Samstag zum Besten gaben. Da ich nicht groß genug war, sah ich nur die Flammen in den Himmel schießen. Was alleine schon sehr beeindruckend war. Sie haben mich also auch so für sich gewonnen.

Ich kam jedoch in den vollen Genuss eines ihrer Märchen. Die Geschichte der drei kleinen Schweinchen... nur ohne Schweinchen... dafür mit Rotkäppchen und dem bösen Wolf. Das ist wohl die Narrenfreiheit von der immer gesprochen wird.


Sing Sang und Getöns

Die munteren Marktmusiker wurden ihrem natürlichen Lebensraum entrissen und auf eine Bühne verbannt. Das fand ich sehr schade. Hab ich sie doch lieber in freier Wildbahn. Nur gut, dass dies die Musiker nicht zu stören schien. Beinahe den ganzen Tag über waren (mehr oder weniger) mittelalterliche Klänge zu hören. Und was kann eine angenehme Marktstimmung noch besser unterstreichen oder beleben als ein schön vorgetragenes Lied oder wilde Trommelklänge – je nach Geschmack und Stimmung.

Ein großes Lob an alle Trommeln, Pfeifen, Harfen, Schellenkränze und ihre Freunde.
Am schönsten ist die Musik, wenn man merkt, dass auch die Musikanten bei ihrer Arbeit Spaß haben!


Was ist nur mit den Gruftis in diesen Breiten los?

Etwas, das immer wieder, und auf keinem anderen Mittelaltermarkt so auffällt wie in Golling, ist der hohe Anteil an schwarzem Volk. Da ich selbst ein Dunkeltierchen bin, habe ich da nichts dagegen. Sind Gruftis doch im Allgemeinen angenehme, verträgliche Gäste, die konsumieren und einkaufen, also zum wirtschaftlichen Gelingen eines Festes beitragen. Aber aus irgend einem Grund befinden sich in Golling besonders viele aggressive und dem Alkohol sehr zugetane Gesellen darunter. Es ist alles andere als schön um drei Uhr nachmittags an der Bühne vorbei zu gehen und betrunkene Jugendliche am Boden liegen zu sehen. Dabei bleibt es aber nicht, da diese dann noch lauthals und pöbelnd auf sich aufmerksam machen müssen. Der Ruf dieser oft nicht verstandenen Szene ist ohnehin nicht der beste. Doch so bringt man natürlich nicht nur die Veranstalter sonder auch die zahlreichen Besucher zu einer negativen Meinung.

Vielleicht kann man dieser Entwicklung entgegensteuern wenn in Zukunft ausreichend Sicherheitspersonal engagiert wird.


Für viele das wichtigste aller Themen

Ich möchte hier kurz auf die Situation der sanitären Einrichtung eingehen. Davon abgesehen, dass ein Toilettenwagen und ein verstecktes Dixi nicht genug sind, war das Örtchen soweit sauber und es mangelte auch nie an genügend Papier.

Jedoch habe ich das Verlangen, diese wenigen Minuten, die ich mich in die Einsamkeit der Kabine flüchte, ungestört zu sein. Da möchte ich weder ein Klopfen an der Tür mit einem „Hallo? Passt eh alles? Genug Papier da?“, noch im Vorfeld ein: „die nächste bitte!“. Ich kann nicht alles, aber in einer Wartereihe stehen und dann selbstständig eine Toilette aufsuchen, das kann ich!

Ein aufrichtiges Lob an den Verantwortilchen! Allein für die Motivation, alles Bestens in Ordnung zu halten, für die Besucher seines Reiches, aber es war zu viel des Guten.


Fazit

Im Großen und Ganzen war der Markt geprägt von einem sehr schönen Ambiente. Wie gesagt hatte die Aufteilung der Lager und Marktstände etwas Gemütliches.

Das einzige Ärgernis waren die Ausschreitungen mancher Gäste, die wir aber zum Glück nur am Rande mitbekommen haben.

Es war uns eine Freude, ein Teil dieses Marktes zu sein. Wir haben das Treiben in Golling, wie jedes Jahr, sehr genossen und wären über eine Pause im nächsten Jahr gar nicht glücklich.

Ich möchte auch noch kurz unsere Lagernachbarin grüßen, die am Freitagabend unglücklich fiel und sich den Rücken leicht verletzte. Alles Gute und ich hoffe wir sehen uns bald in alter Frische wieder.

Sabine Wandl
02.09.2008

 

Borte (Seitenabschluß)