Mittelalterfest auf dem Georgenberg in Enns

5.8. - 7.8.2011


Aller Anfang ist schwer!

Hallo Leute, ich darf mich vorstellen: Antje - Frau, Magd, Mutter und absoluter Lagerneuling! Vor ca. einem Jahr habe ich den Kontakt zu Via Nostra geknüpft, Stammtische und Möbelbauen mitgemacht und nun bin ich also das erste Mal im Lager dabei. Und ich kann nur sagen, die Erwartungen sind groß....und die Unruhe noch viel größer. Was kommt da wohl auf mich zu? Wie werden meine Kinder das Abenteuer erleben? Wie werde ich das Lager überstehen?

Ich bin eine von vier Neulingen, die die alteingesessene Belegschaft dieses Mal begleiten dürfen. Leider fallen Christa und Sabine, unsere lagererprobten Köchinnen, aus und so habe ich mich absolut freiwillig dazu bereit erklärt, für das leibliche Wohl der Gruppe zu sorgen.

Und da waren sie dann auch schon – meine drei großen Sorgen:

  1. der Einkauf – ja nix vergessen!!! Der Verzicht auf die heißgeliebte Nutella ist unverzeihlich!
  2. das Kochen über offenem Feuer – wird es gelingen?
  3. wird das „Süppchen“ genießbar sein, oder muss ich am Pranger leiden?


Hält das Wetter?

Unser Lager auf dem Mittelaltermerkt in Enns
Unser Lager.

Der Sommer war bislang nicht sehr vielversprechend und besonders die Wochenenden trieften vor Nässe. Laut Wetterbericht sollte auch dieses verregnet und trüb sein. Aber allen Wetterfröschen zum Trotz zeigte sich der Freitag von seiner besten Seite. Im herrlichsten Sonnenschein konnte der Lageraufbau beginnen. Ein gewagtes Unterfangen, denn von einem eingespielten Team konnte noch keine Rede sein. Aber ich glaube, wir 'Neuen' haben uns ganz gut geschlagen, ein paar kleinere - und größere - Unfälle wurden mit einem (schmerzverzerrten) Lächeln gemeistert und das Lager stand pünktlich eine halbe Stunde vor Beginn des Festes. Und beinahe ebenso pünktlich waren wir dann zur Eröffnung des Ganzen bereit – das Abenteuer Enns konnte beginnen!!!


Wissen ist Macht – nichts wissen macht nichts!

Der Stadtturm in Enns
Der Stadtturm in Enns. Dort hianuf mussten die Rufer der 'lauten Post'.

Ein großes Lob an Civium Anasi, die dem Fest einen witzigen und lehrreichen Rahmen gaben – hatten sie doch ein paar Spiele vorbereitet, bei denen die einzelnen Gruppen ihr (Nicht)Wissen über die Ennser Stadtgeschichte unter Beweis stellen konnten.

So gab es zum Beispiel die 'laute Post', eine Abart der allseits bekannten 'stillen' Variante. Je ein Mitglied der einzelnen Gruppen, in unserem Fall war das Bianca, musste im Eiltempo den Ennser Stadtturm erstürmen, um von oben ein Wort herunter zu schreien. Diese mussten dann von den anderen zuerst verstanden und dann noch zu einem sinnvollen Satz zusammengesetzt werden. Kein leichtes Unterfangen, verhinderte doch der Lärmpegel auf dem Marktplatz eine gute Akustik.

Der zweite Programmpunkt bei dieser 'Lagergruppen-WM' war das Bogenschießen. Hier haben wir uns wacker geschlagen, hatten aber gegen die teilweise hervorragenden Bogenschützen der anderen Lagergruppen keine Chance.

Ein weiteres interessantes Ratespiel rundete dann am Sonntag das Geschehen ab. Wissen, Raten und absoluter Black-Out wechselten sich ab und so konnten wir zum Schluss einen ehrenhaften vierten Platz erobern und ein paar besondere Leckerbissen für unser Lager erkämpfen.


Speis und Trank und Ewigkeit, oder „...früh kocht sich, was ein Süppchen werden will“!

Eines mal vorneweg – meine erste Sorge war grundlos! Es war genug von allem da und ich habe nichts vergessen!

Schwieriger war dann schon Teil zwei! Von Christa vorgewarnt, plante ich genügend Zeit für das Essen ein – dachte ich jedenfalls! Aber kochen und kochen sind zwei Paar Schuhe und was zu Hause gut funktioniert ist im Lager auf einmal absolutes Neuland. Aber mit kräftiger Ins-Feuer-Puste-Und-Holz-Nachlege-Unterstützung meiner Tochter Lisa war das Nachtmahl dann doch irgendwann fertig … und die Gruppe ausgeflogen! Aber mein „Lockruf“ brachte sie nach und nach an den heimischen Tisch zurück.

Damit löste sich dann auch meine dritte Sorge in Wohlgefallen auf. Es scheint allen geschmeckt zu haben, denn die Schüsseln waren restlos leer!


Besuch und Besucher

Am Samstag bekamen wir Verstärkung: Michaels Familie stieß zu uns, die Kinder verstanden einander auf Anhieb! Auch Biancas Eltern konnten wir im Lager begrüßen.

Den Abend verbrachten wir dann noch gemeinsam mit den Burgaere Lintze, mit denen wir erst vor wenigen Wochen den gemeinsamen „Bürgerschmaus“ genießen konnten.


Alles Verhandlungssache!

Wirt, Zechpreller, Stadtwache und Richter
Wirt und Zechpreller, als sie den ehrenwerten Richter beim Mittag-essen stören...

Wirt, Zechpreller, Stadtwache und Richter

... und später bei der Verhandlung vor Gericht.

Mehr als ein Jahr musste vergehen, bis auf einem Mittelaltermarkt wieder zu Gericht gesessen wurde. Aber jetzt war es endlich soweit! René, alias Rheinhard von Wilenstein, unser ehrenwerter Richter, begleitet von seinen Stadtwachen Stefan, Michael und Valentin, wollte wieder für Recht und Ordnung sorgen.

Beginnende Nervosität des Richters konnte erfolgreich mit kühlendem Nass bekämpft werden und so konnten ein Zechpreller und ein schlechter Schneider verurteilt, ein „Falschspieler“ als guter Musikant gepriesen und einem Regensburger Kaufmann das Ennser Stapelrecht erklärt werden. Außerdem wurde der Abriss einer unerlaubt gebauten Brücke angeordnet.

Aber es gab nicht nur unsere vorbereiteten Fälle. Von ein paar 'Weibsbildern' (Andrea von Furor Celticus und Sandra von den Burgaere Lintze) wurde Rene wirklich überrascht, sollte er doch den über den Markt streunenden 'Hirschwurst-Verkäufer' aburteilen. Er schlug sich jedoch mit Bravur, fand ein gerechtes Urteil, konnte die holde Weiblichkeit im Zaum halten und seinen Ruf als gerechter Richter stärken.

Einen herzlichen Dank an alle Helfer von Civium Anasi, Feuermatrix, den Burgaere Lintze und dem Schulmeyster und seinem Gefolge, die mit viel Einsatz und Begeisterung mitgespielt haben, und ebenfalls einen großen Dank an ein begeistertes Publikum!


Ein bisschen Spaß muss sein!

Da wir uns dieses Mal noch nicht wieder mit einem Schaukampf vorstellen wollten – unseren Neulingen fehlt noch immer die Übung – gaben wir ihnen genau diese und legten kurzentschlossen eine Trainingseinheit ein. Das Schwerterklingen lockte dann natürlich doch ein paar Zuschauer an.

Außerdem boten die 'Milites Templar Spilberg' hinter unserem Lager ihr Bogenschießen an und lud meine Kinder ein, ihr Können zu beweisen. Vielen Dank an euch für das liebe 'Babysitten'!


Ende gut – alles gut?

Sonntag Nachmittag, das Fest nähert sich seinem Ende und …..es regnet! Es wäre ja auch zu schön gewesen, die Zelte in trockenem Zustand nach Hause zu bringen!

Müde und nass, aber doch sehr zufrieden beendeten wir unseren Aufenthalt auf dem Georgenberg und freuen uns schon auf das nächste Jahr!


Auf die Freundschaft!

Einen herzlichen Dank noch einmal an Civium Anasi für ein gelungenes Fest. Ebenfalls einen großen Dank an alle, die uns bei unseren Gerichtsverhandlungen so tatkräftig unterstützt haben.

Und zum Schluss meinen persönlichen Dank an Via Nostra für die herzliche Aufnahme in eurer Mitte! Es war ein wunderschönes Wochenende, wir haben uns sehr wohlgefühlt und freuen uns schon auf das nächste Mal.

Eure Antje

 

Ein großes Dankeschön an Antje, dass sie diesen Bericht geschrieben hat. Zum Abschluss noch ein paar 'Offizielle Worte vom Obmann' zum Ennser Mittelalterfest.


Gute Organisation und schönes Fest

Die Organisation war hervorragend und wir haben uns bei den Veranstaltern gut betreut und mehr als willkommen gefühlt. Franz meinte im Vorfeld, der Markt sollte ein Markt auch und vor allem für die Lagergruppen werden, und das war es auch. Der Wettbewerb für die Lagergruppen ist da nur ein Beispiel. Wir haben uns jedenfalls rundum wohl gefühlt und freuen uns schon darauf, wenn wir im nächsten Jahr wieder dabei sein dürfen.

Aber auch die Besucher kamen nicht zu kurz. Es wurden zahlreiche Programmpunkte geboten, von Musik über Gaukler und Schaukämpfe bis zur großen Feuershow am Abend. Auch die Marktstände waren gut ausgewählt und von teilweise hoher Qualität. Einen guten Töpfer haben wir vermisst, aber die findet man ja auf kaum einem Markt.

Und das Ganze, das muss man besonders hervorheben, kostenlos! Das Fest kostete für Besucher keinen Eintritt. Es ist bewundernswert, dass Civium Anasi das gewagt hat, besonders weil dies kein kleines Festchen war, sondern ein vollwertiger Mittelaltermarkt, für den man an anderer Stelle problemlos zwischen fünf und zehn Euro Eintritt bezahlen muss.


Geschenke für den Richter

Zum Schluss muss ich noch ein paar persönliche Worte los werden. Nach der letzten Verhandlung haben mich Franz und Sebastian von den Civium Anasi noch auf der Bühne behalten und mir einen Geschenkkorb überreicht. Das hat mich echt umgehauen. Dafür möchte ich mich hier noch einmal bedanken.

René Schwab

 

Borte (Seitenabschluß)