Hexentreyben Revival in Rechberg

10.5. - 11.5.2014

Nach vier Jahren Pause gab es dieses Jahr wieder ein Hexentreyben in Rechberg. Von Angehörigen der Mittelalterszene immer wieder danach gefragt, hat es Tobias gewagt, auf eigenes Risiko eine Neuauflage des beliebten Fests zu starten.


Saisonauftakt

Für uns war das Hexen-treyben der Saisonauftakt in diesem Jahr. Es war ein gemütlicher Auftakt.

Wir waren nur mit einer sehr kleinen Mannschaft in Rechberg: Christian, Johannes, Julian und ich. Das Lager bestand aus drei Zelten, darunter unser neues Mannschaftszelt, und einem Sonnensegel. Für diese kleine Truppe hätte eigentlich eine Sitzgarnitur genügt. Aus der Erfahrung früherer Märkte heraus haben wir trotzdem zwei mitgenommen. Eine richtige Entscheidung, wie sich zeigen sollte.

Das Wetter am Aufbautag war durchwachsen, Sonnenschein und Regenschauer wechselten einander ab. Wir hatten Glück und konnten trocken aufbauen. Als es dann den nächsten Regenschauer gab, standen bereits alle Zelte und wir konnten die Ausrüstung rechtzeitig ins Trockene schaffen. Für uns unerwartet war am Freitag auch unser Anwärter Peter da, der dann gleich beim Aufbauen geholfen hat.


Schöner Samstag

Der Samstag war fast ideal, trocken und meistens sonnig, nur bei größeren Wolken etwas kühl. Da wir keine Aufführungen hatten, war dieser Markt für uns eine ruhige Veranstaltung. Wir hatten das auch so geplant. Ein gemütlicher Saisonauftakt, ein Markt zum Faulenzen und Freunde treffen. Wobei wir nicht völlig untätig bleiben wollten. Unser großes Sonnensegel ging ja letztes Jahr kaputt. Wir hatten uns daher für dieses Wochenende eine 'Putz- und Flickstunde' vorgenommen und geplant, das Sonnensegel zu reparieren. Am Samstag Vormittag haben wir diesen Vorsatz sogar umgesetzt. Immer abwechselnd hat einer von uns an der Flickarbeit gesessen. Auch sonst waren wir nicht ganz untätig und haben unsere Seilkisten aufgeräumt und Spanngurte repariert.

Am Samstag Nachmittag war bei uns dann 'Lager der offenen Tür'. Wir hatten durchgängig Besuch, es war buchstäblich IMMER jemand da: Antje und Willi (die wir dann auch gleich für den Umzug verpflichtet haben, damit die Gruppe größer aussieht :-) ), Vanessa und Sebastian von Sectio Artificerum, Sabine, Verena und Lukas von Dominus Turris und noch einige andere mehr. Die zusätzliche Sitzgarnitur hat sich also mehr als bewährt.

Am späten Nachmittag gab es von uns dann doch noch eine kleine Aufführung für die Besucher. Wir haben unser wöchentliches Schwertkampftraining in Rechberg durchgeführt und hatten dabei natürlich auch Zuschauer.

Christian und Johannes mit ihren Neuerwerbungen
Christian und Johannes mit ihren Neuerwerbungen.

Unser 'Nachtleben' war dagegen recht ereignislos. Nachdem wir am Freitag schon um Zehn alle in den Zelten lagen, wurde es am Samstag gerade mal Mitternacht, bis wir die Kerzen gelöscht haben.


Lohnenswerter Markt

Sehr bemerkenswert: Der Markt. So klein er war, so gut war das Angebot. Was sich an unserer Einkaufsliste zeigt: Christian hat neue Schuhe (Vehi Mercatus), Johannes einen neuen Mantel. Und für das Lager hat Christian bei der Töpferin Renate Schmidt einen zweiten großen Tonkrug bestellt, den er in Enns bekommen soll. Für Christa gab es eine neue Essschale und ein Seidentuch (gefärbt von Astrid, der Tuchfärberin). Wäre, wie geplant, unser Neffe zu Besuch gewesen, wäre wahrscheinlich noch ein Schwert dazu gekommen, denn Ulf der Schmied hatte sehr schöne Waffen dabei.


Nasser Sonntag

Das abgebaute Sonnensegel
Das abgebaute Sonnensegel unter dunklen Wolken am Sonntag Morgen.

Pech für alle Beteiligten: Das Wetter am Sonntag, denn das brachte Kälte und Dauerregen. Für die Nacht hatte es sogar eine Warnung vor Starkregen und Sturmböen gegeben, sodass wir vor dem Schlafengehen noch unser Sonnensegel umgelegt haben. Vom Sturm sind wir zwar verschont geblieben, aber kurz nach Sonnenaufgang begann der Regen, und der hielt sich dann fast den ganzen Tag. Alle Beteiligten stellten sich zwar tapfer gegen das Wetter (Die Draconen gaben im strömenden Regen eine Schaukampfvorführung), aber am frühen Nachmittag war dann Schluss. Gegen 16:00 Uhr wurde das Fest, das bis 19:00 Uhr dauern sollte, vorzeitig beendet.

Aber zumindest wissen wir jetzt, dass unser neues Mannschaftszelt dicht es. Es hat das schlechte Wetter und den teilweise heftigen Regen ohne jedes Problem überstanden.


Problematischer Abbau

Wer Rechberg kennt, weiß, wie schwer man auf die hintere Lagerwiese kommt. Wie schwierig die Verhältnisse wirklich sind, wenn es heftig regnet, erlebten wir am Sonntag beim Abbauen. Nach einem Tag Dauerregen war sie zunächst einmal gar nicht mehr erreichbar. Eine Zufahrt war durch Autos blockiert, die andere so glatt wie Schmerseife. Das erste Fahrzeug, das auf diesem Weg auf die Wiese wollte, rutschte einfach den Hang hinunter. So hieß es zunächst warten, bis die Wege frei waren und ein Feuerwahrfahrzeug steckengebliebene Autos abgeschleppt hatte.

Aufgrund dieser Verzögerungen wurde es dann doch 20:00 Uhr, bis wir endlich die Heimfahrt antreten konnten. Bis wir in Linz waren, alles eingeräumt und die nassen Zelte zum Trocknen aufgehängt hatten, war es dann 22:00 Uhr.


Fazit

Es war ein am Ende anstrengender, aber wunderschöner Markt. Tobias ist es gelungen, an die früheren Veranstaltungen anzuknüpfen. Es gab ein umfangreiches, gutes Programm und gute Händler (jedenfalls wenn man danach geht, was wir alles eingekauft haben :-) ). Schade war natürlich der verregnete Sonntag und die Verzögerungen beim Abbau.

Das uns selbst gesteckte Ziel, was die Reparatur des Sonnensegels angeht, haben wir nicht ganz erfüllt. Das Meiste konnten wir erledigen, aber am Sonntag fehlte uns in Kälte und Nässe dann der Elan, die Arbeit zu beenden. Johannes ist so großzügig, bis zum Markt in Enns den noch fehlenden Rest zu Hause zu erledigen.

Aber bei allem Ärger und zusätzlichem Aufwand darf man nicht meckern. Wir sind alle gut und ohne größeren Blessuren nach Hause gekommen. Dafür sollte man immer dankbar sein.


René Schwab, 14.5.2014

 

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