Ein Wintermärchen

Winterwanderung zur Burgruine Stauf

21.1.2017

Wir schrieben den 21 Jänner anno 2017, eine klirrende Kälte hielt das Land gefangen. Seit Tagen quälten uns Temperaturen knapp unter -20°C und jeder, der nicht unbedingt nach draußen musste, machte es sich vor dem Ofen gemütlich und genoss die kuschelige Wärme.

Aber nicht wir! Viel(r) Mutige aus unserem Verein – das heißt Stefan, Willi, Sabine, unterstützt von ihrem Hund Rosalie, und ich (Antje) haben sich gefunden, gemeinsam der Kälte zu trotzen.  In mittelalterlicher Gewandung (und Skiunterwäsche – ok, nicht „A“, aber warm) machten wir uns auf zur Ruine Stauf, nahe des beschaulichen Örtchens Haibach ob der Donau. Bereits im Jahr 2009 war diese Ruine Ziel eines Ausflugs einiger besonders tapferer Mitglieder unseres Vereins – trotzten sie doch auch damals bereits Eis und Schnee um mitten im Schneesturm ein Kampftraining abzuhalten. (siehe Bericht) Diesmal waren wir ziviler unterwegs...und hatten Glück mit dem Wetter – das Thermometer zeigte uns freundliche -10°C an und der Wind versteckte sich hinter den Bergen...das mutete ja schon fast sommerlich an, nach dem Frost der letzten Tage.

Aufbruch zur Burgruine Stauf
Die vier mutigen Wanderer vor dem Aufbrauch. Man kann ihnen die Kälte ansehen.

Wir trafen uns beim Gasthaus Klinglmayr in Pupping um dann gemeinsam in die Nähe der Burg zu fahren. Gab es vor 8 Jahren hier sogar noch einen gut geräumten Parkplatz, so mussten wir uns diesmal  mit einer etwas vom Schnee befreiten Nische entlang der Straße begnügen. Der Lift war auch nicht mehr besucht  - der Zahn der Zeit hat auch hier gewaltig genagt.

Ein paar Minuten brauchten wir noch, um uns warm zu verpackenZwiebellook war angesagt - und dann ging es los. Während der ersten halben Stunde biss und kniff uns die Kälte gewaltig. Rosa Wangen und rote Nasen zierten unsere Gesichter. Aber bald gewöhnten wir uns an den Frost und spätestens beim ersten Blick auf die stolze Ruine war keinem von uns mehr kalt.

Glücklicherweise hatten wir Stefan dabei – er hat an alles gedacht und trumpfte am Fuß der Burg mit heißem Kakao und kleinen leckeren Naschereien auf.

Dann überlegten wir uns, ob uns mit 4 Mann (gut, schlecht gegendert, 2 Frauen waren auch dabei) eine Erstürmung der Burg gelingen könnte – wenn sich keiner wehren würde, sollte es wohl möglich sein! Also machten wir uns daran, die Burg zu erobern. Ein erstes Hindernis stellte die Treppe dar. Voller Eis und Schnee war sie nicht zu finden und nur ein Geländer zeugte davon, dass sich hier der Aufstieg befinden musste.

Burg Stauf gefangen in winterlichem Frost
Burg Stauf gefangen in winterlichem Frost.

Willi diente uns als Späher und wagte sich an den halsbrecherischen Aufstieg … und stand vor verschlossener Tür! Eine Tür, die es im Sommer sicher noch nicht gegeben hat! ...oder stand sie da einfach nur offen?

Es gab aber eine Glocke und wohlerzogen wie Willi ist, läutete er: laut – durchdringend – nervtötend – immer wieder!!! Und: NICHTS TAT SICH! Es wollte einfach niemand öffnen!

Also entweder war der Burgherr ein Langschläfer, es war ja inzwischen schon 11 Uhr am Vormittag, oder er war schlicht und einfach tiefgefroren!

Da wir uns im Vorfeld auch nicht mit entsprechenden Dietrichen ausgestattet hatten, mussten wir wohl oder übel auf die Übernahme der Burg verzichten.

Willis Abstieg war noch gewagter als der Aufstieg – ein Schlitten wäre hier doch sehr hilfreich gewesen. Es war die reinste Rutschpartie.

Die fehlgeschlagene Eroberung tat unserer Stimmung keinen Abbruch. Gut gelaunt machten wir uns auf den Heimweg, der aufgrund angeregter Gespräche viel zu schnell verging. Die Kälte machte uns gar nichts mehr aus und wir hätten gut und gerne noch eine weitere Stunde durch die Gegend wandern können.

Am Parkplatz angekommen entledigten wir uns unserer wärmenden Mäntel und ließen unseren „Winterwandertag“ bei einem guten Essen beim Klinglmayr-Wirt ausklingen.

...und wir sind uns einig! Das war nicht die letzte Winteraktion. Vielleicht finden sich beim nächsten Mal ein paar weitere mutige Mitstreiter. Es sollten nur auch die nächsten Winter so schön und schneereich werden wie der heurige!


Antje Etzold, 22.1.2017


PS: Übrigens bescherte uns der Wettergott am nächsten Tag wunderschönes Wetter, strahlenden Sonnenschein und Wärme! Unser Thermometer zeigte stolze 17 °C – zugegeben, das gute Stück befindet sich an der Sonnenseite unseres Hauses. Aber auch im Schatten kletterte das Quecksilber auf immerhin 6°C – PLUS!!! Ich denke, wir sollten das Wetter beim nächsten Wandertag durchaus in unsere Überlegungen mit einbeziehen :o)


Zu dieser Wanderung gibt es auch eine Fotogalerie

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