Mittelalterlicher Kampf

Kampf in der Zeit, die wir darstellen - also die 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts - war eine recht unromantische Sache, egal was die gängigen Fantasyfilme so vermitteln. Das typische mittelalterliche Schwert zum Beispiel war keineswegs ein rasiermesserscharfes Präzisionsinstrument. Zwar gibt es Funde von Skeletten, bei denen wohl jemandem mit einem Schwerthieb beide Beine abgehauen wurden. Sobald aber ein Kämpfer eine Rüstung trug (z.B. ein Kettenhemd) wurde es wichtig, dass ein Schwert genügend Wucht entwickelte, um einen Arm zu brechen anstatt ihn abzuschlagen.

Das bedeutet aber nicht, dass man diese Waffen wie primitive Keulen benutzt. Es verlangt sogar eine ganze Menge Übung und noch mehr Kondition, um ein Schwert (oder jede andere mittelalterliche Waffe) richtig und effektiv zu führen. Und dabei haben wir hier noch gar nicht von Rüstungen und Schildern, deren Handhabung und vor Allem von deren Gewicht gesprochen.

Auch dauerte ein Schwertkampf zwischen zwei Gegner selten so lange wie man glaubt. Das Gewicht von Rüstung und Waffen fordert - abgesehen von der Hitze - so viel Kraft und Ausdauer, dass die meisten Kämpfe recht schnell entschieden waren. Einfach, weil einem der Kontrahenten irgendwann die Kraft ausgegangen ist.

Kraft, Ausdauer und Können sind also die Grundlagen des mittelalterlichen Kampfes. Jene Mitglieder unseres Vereins, die sich mit diesem Teil des mittelalterlichen Lebens beschäftigen, versuchen diese Kampftechniken zu rekonstruieren und zu erlernen. Zu den Waffen, mit denen wir üben, gehören neben dem Schwert auch die Axt, der große Tropfenschild und der Speer.

Da wir im Freien trainieren, hängen die Trainingszeiten von den Lichtverhältnissen ab. Im Sommer beginnen wir um 16:00 oder auch erst um 17:00 Uhr, im Winter, wenn es früher dunkel wird, bereits um 14:00 Uhr. Wir versuchen, auf einen Trainingstermin pro Woche zu kommen. Eine Trainingseinheit dauert zwei bis zweieinhalb Stunden. Neben reinem Techniktraining gehören auch Kraft- und Konditionstraining zum Programm. Und man muss Geduld mitbringen. Zwei bis drei Jahre braucht es schon, bis jemand so weit ist, dass er gut genug für eine Vorführung wäre oder an einer Feldschlacht teilnehmen kann.

Wer sich für diese Art des Kampfes interessiert, kann gerne vorbeikommen und eine Stunde mit uns trainieren. (Aus haftungstechnischen Gründen ist ein Mindestalter von 18 Jahren Voraussetzung.) Bei Interesse wendet euch einfach über unser Kontaktformular an uns.

 

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